03.11.: Kinder sitzen am Computer

Kinder sitzen am Computer
Sternumfrage veröffentlicht neue Zahlen
Das Forsa-Institut hat im Auftrag des [extern] Sterns Eltern mit Kindern im Alter von 2-17 Jahren befragt. Danach soll inzwischen in 54 Prozent der deutschen Haushalte ein Computer Einzug gehalten haben. 14 Prozent der Befragten gaben an, dass sie aus pädagogischen Gründen keinen Computer zu Hause haben wollen.

Die Untersuchung zeigt auch, dass es im Verhältnis von alten und neuen Bundesländern keine Unterschiede mehr gibt. Neben der Kernaussage, in 54 Prozent aller Haushalte sei ein Computer vorhanden, ist es bemerkenswert, dass in Haushalten mit Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren sogar drei viertel einen PC nutzen. Interessant erscheinen aber auch die Gründe, warum kein Computer im Besitz ist. Dabei äußern sich 22 Prozent dahingehend, dass ihnen das Geld für die Anschaffung fehle. 14 Prozent wollen aus pädagogischen Gründen nicht, dass ihr Kind vor dem Computer sitzt. Mit 40 Prozent die am häufigsten genannte Begründung für den fehlenden Computer für die Kinder ist: "Meine Kinder sind noch zu jung".

Natürlich wurde auch die allseits im Augenmerk liegende Frage gestellt, wie lange denn die Kinder am Computer sitzen. Von 28 Prozent wurde angeben, dass die Kinder weniger als eine Stunde pro Woche davor verbrächten. Dabei stellt sich die Frage, ob dies wirklich der Realität entspricht und die Antwortgeber die Zeitspanne nicht unterschätzen oder beschönigen. Mit fast erhobenem pädagogischen Zeigefinger wurde hervorgehoben, "aber 42 kommen auf vier Stunden, der Rest sitzt noch länger davor".

Allseits bekannt, aber dennoch abgefragt und festgestellt wird: Je älter die Kinder sind, umso mehr wird der Rechner zum Spielen (79 %) und für Schularbeiten (67 %) genutzt. Hierbei fällt auf, dass das Spielen am PC inzwischen anerkannt ist, denn früher wurde im Antwortverhalten das Lernen in den Vordergrund gestellt. Damit wurde auch der Wunsch nach der Anschaffung gerechtfertigt. Die vorliegenden Ergebnisse geben nur einen kleinen Einblick in das häusliche Geschehen am Computer. Wünschenswert wäre zum Beispiel eine Differenzierung der Schularbeiten am PC, ob mit Lernprogrammen gelernt wird oder mit der Textverarbeitung geschrieben wird.

Noch spiegelt sich der Boom der Online-Welt nicht in den privaten Haushalten wieder: Nur sechs Prozent der befragten Eltern gaben an, ihre Kinder würden mit dem Computer auch im Internet surfen, und fünf Prozent versenden E-Mails mit dem PC. Erst bei Jugendlichen über 15 Jahren erhöht sich der Anteil auf 13 Prozent (E-Mails versenden) und 16 Prozent (im Internet surfen). Bei den Jugendlichen wird möglicherweise das Interesse durch die Aktion [extern] Schulen ans Netz geweckt und in der Schule und im Freundeskreis werden Möglichkeiten der Nutzung gelernt. Bei der Vermittlung von Online-Kenntnissen können Eltern nur in wenigen Fällen helfen.

Weiter heißt es in der vorab veröffentlichten Pressemeldung des Sterns, "die meisten Mütter und Väter haben allerdings keine Ahnung, wohin ihre Kinder surfen. Knapp die Hälfte der vom STERN befragten Eltern mit Familien-PC lassen den Nachwuchs meistens allein am Rechner spielen - vor allem diejenigen, deren Sohn oder Tochter schon zwölf Jahre oder älter ist".

Eigentlich verkündet der Stern nichts Neues, außer dass nun wohl ein höherer Prozentsatz der Haushalte mit Kindern einen Computer besitzt. Nach wie vor wird am Rechner gespielt und inzwischen wird er sicher auch für Schularbeiten genutzt. Aber nach wie vor gilt, dass nicht zu viel Zeit vor dem Computer gesessen wird, sondern die wenige Freizeit mit Freunden verbracht oder gebüffelt werden soll.