03.12.: EXPO-Kurznachrichten

EXPO-Kurznachrichten
Nachwuchsforscher - Übernachtungen - Aktionswoche gegen die Expo - Kirche - Computer nach Indien
In 182 Tagen beginnt die EXPO 2000, so langsam begibt man sich in die Startlöcher. Was gibt es Neues vom Expo-Gelände oder von den beteiligten Ländern zu berichten? Welche Kongresse oder andere Termine sind zur EXPO in Hannover geplant? In regelmäßigen Abständen erscheint hier ein bunter Bilderbogen rund um das größte Medienspektakel im neuen Jahrtausend.

Weltmeisterschaft junger Nachwuchsforscher für die Umwelt
Die Stiftung [extern] Jugend forscht und die Deutsche Bank haben einen internationalen Wettbewerb [extern] Weltmeisterschaft junger Nachwuchsforscher für die Umwelt ins Leben gerufen. Bislang sind schon 134 Vorschläge von Jugendlichen eingereicht worden. Ein junger Grieche kam zum Beispiel auf die Idee, Kirschkerne zu spalten, um daraus Energie zu gewinnen.

Der Wettbewerb wird vom 16. bis 22. Oktober 2000 auf dem Expo-Gelände ausgetragen. Eine Jury wird letztlich die Gewinner ermitteln. Als Preise werden Geldpreise und Einladungen zu Forschungskolloquien vergeben.

Freuen dürfen sich jetzt schon sechs Sieger, die dadurch eine Ausstellungsmöglichkeit ihrer Projekte im Themenpark "Umwelt" auf der Expo erreicht haben. Unter anderem wird ein Beitrag zur Gewinnung von Papier aus Stroh zu sehen sein.

Übernachtung während der Expo 2000
Inzwischen mehren sich in den hannoverschen Tageszeitungen diverse Zimmer- und Wohnungsanzeigen. Beispiele wie "10. Min. zur Messe/Expo, 2-ZiWhg, Kü, Du, GäWC, SAT-TV, mögl. an Firmen und langfristige Aussteller", "EXPO 2000 Möbl. Penthouse, 180 m⊃2; Wohnfl., EBK, Kamin, 2. OG, Dopp.Garg., 2500,- + NK/MS" oder "Suche Firma f. 3-Zi-Whg. in Innenstadt (tgl. 100,-/150,-)" tauchen nun häufiger auf.

Buchen kann man Übernachtungsmöglichkeiten zur Expo im Reisebüro oder über das Expo-Call-Center unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer: 0-2000. Zudem gibt es noch [extern] Easy Room (ab März 2000 im Internet), die offizielle Zimmervermittlung der Stadt Hannover in Zusammenarbeit mit dem Hannover Congress Centrum und Bertelsmann. Die neu gegründete Zimmervermittlungsagentur will im Umkreis von 200 Kilometern 75.000 Quartiere anbieten. Bislang liegen schon 300.000 Anfragen vor, doch leider stehen dem erst 10.000 angebotene Zimmer gegenüber. In der Regel handelt es sich um Privatquartiere im Preissegment zwischen 75 bis 150 DM für die Einzelzimmerübernachtung. Für ein Doppelzimmer wird man 133 bis 200 Mark pro Nacht ausgeben müssen. Für die Privatvermieter, die 9 Prozent Vermittlungsgebühr an "Easy Room" zahlen, birgt der Vertrag auch den Vorteil der garantierten Mieteinnahme, auch wenn ein Gast nicht anreist. Buchen kann man telefonisch unter der Telefonnummer: 01805-655000.

[extern] Erwartet werden übrigens 25 Millionen Besucher, unter denen sicher viele sind, die sich freuen würden, mit Gastgebern gleicher Interessen zusammenzukommen. "Hannover individuell peer-groups" nennt sich dieses Projekt der Gastgeberstadt Hannover. Der hannoversche Verein "Freiwilligen-Zentrum" hat die Aufgabe übernommen, Angebote von nicht organisierten Privatpersonen zu koordinieren und sie auf die Gastgeberrolle vorzubereiten.

Aktionswoche gegen die Expo
Nach außen scheint es um die Kritiker der Expo 2000 still geworden zu sein. Auf der Homepage der [extern] Anti-Expo-AG des hannoverschen ASTA finden sich nur ältere Artikel und Aufrufe. Lediglich ein paar Hinweise entdeckt man zu [extern] Tagungen, die in letzter Zeit stattgefunden haben.

Kritische Stimmen gibt es beim Forum [extern] X.Position. Expo-Kritiker treffen hier auf Hinweise für eine geplante [extern] Aktionswoche vom 27.05. bis 03.06. 2000 mit Großdemonstration in Hannover. Beabsichtigt wird, "die Woche der Expo-Eröffnung mit permanenten Störungen, Protestaktionen oder sonstigen Interventionen zu begleiten". [extern] Ziel der Aktionswoche soll u.a. sein, "die Expo-Thematik in andere emanzipatorische Strömungen zu tragen".

Über die Vorbereitungstreffen kann man sich auch im [extern] Partisan.net informieren. Das 5. bundesweite Anti-Expotreffen finden zum Beispiel vom 14. bis 16. Januar 2000 in Hannover statt.

Die Kirche zeigt Präsenz
Mitten auf der Expo-Plaza ist inzwischen das 27 Meter hohe Kreuz für den Christus-Pavillon aufgerichtet worden. Man hofft, dass die Besucher der Weltausstellung angesichts der vielen neuen Eindrücke hier einen Ort vorfinden, an dem sie wieder Ruhe tanken können. Der Christus-Pavillon wird beiden christlichen Kirchen dienen. Daneben wird es auf der Expo einen Ort für Buddhisten geben, gesponsert vom Königreich Bhutan. Nepal wird einen Ort zur Verfügung stellen, der Buddhismus und Hinduismus vereinen soll. Der Vatikan wird im Heiligen Jahr auch mit einem eigenen Beitrag vertreten sein.

Die [extern] Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend plant zur Expo mitten in Hannover ein Jugendcamp [extern] Jam-City am Maschsee. Hier sollen die Besucher in komfortablen Röhren aus Aluminiumschaum schlafen. Dadurch, dass immer neue Gruppen die Schlafmöglichkeit nutzen, werden immer neue Häuser mit neuen Innenhöfen und Straßen entstehen. Hier werden noch ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht. Neben einer kleinen Aufwandsentschädigung gibt es auch eine Expokarte. [mailto] Infos gibt es per eMail.

Computerwunsch
Regelmäßig befragt die Tageszeitung "Hannoversche Allgemeine Zeitung" ([extern] HAZ) Menschen aus anderen Ländern zur Expo-Thematik. Kürzlich wurde der 14-jährige U.M. Vikas aus Indien (Bhadravathi) vorgestellt. Das muss ein wirklich schlaues Kerlchen sein, denn er sieht es als größte Aufgabe im neuen Jahrtausend an, die Geburtenrate drastisch zu senken. Herausragende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts ist für ihn Mutter Teresa. Er wünscht sich im Namen des Gleichheitsprinzips Computer für alle, nimmt sich selbst dabei auch nicht aus. Er glaubt aber nicht, dass sich seine Eltern einen leisten können. Wer also noch einen guten Gebrauchtrechner übrig hat, sollte über die HAZ doch das pfiffige Kerlchen aus Indien fördern.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/6/6544/1.html