06.08.: Absolutes Fernsehverbot für Kinder unter z

Amerikanische Ärzte gegen elektronische Medien im Kinderzimmer

Amerikanische Ärzte fordern in einem umfassenden Medien-Erziehungspaket ein absolutes Fernsehverbot für Kinder unter zwei Jahren. Zu dieser Auffassung kommen die Ärzte aus Sorge um die geistige und körperliche Gesundheit ihrer kleinen Patienten.

Currently, the average American child or adolescent spends >21 hours per week viewing television. This figure does not include time spent watching movies, listening to music or watching music videos, playing video or computer games, or surfing the Internet for recreational purposes. Time spent with media often displaces involvement in creative, active, or social pursuits.
Vielen Bewahrpädagogen wird diese Forderung sehr entgegenkommen, denn auch ihnen liegt die soziale Entwicklung von Kleinstkindern sehr am Herzen. In der August-Ausgabe des Fachmagazins "Pediatrics" veröffentlicht der Ärzteverband einen Maßnahmenkatalog zur optimalen Medienerziehung. Die federführende Autorin Marjorie Hogan räumt zwar ein, dass es noch keine verlässlichen Studien darüber gebe, wie Kleinkinder unter zwei Jahren die Fernsehunterhaltung verarbeiten, hält aber die soziale Entwicklung im direkten Kontakt mit Mitmenschen für wichtiger. Die Fernsehbabys würden an einem Mangel von wichtigen Stimulationen leiden. Zur besseren Behandlung ihrer Patienten empfehlen die Ärzte, den Eltern neben einem Fragebogen über die medizinischen Probleme auch einen Fragebogen über die Fernsehgewohnheiten vorzulegen.
Grundsätzlich sollte es vermieden werden, die Medien als elektronische Babysitter einzusetzen. In ihrem Forderungskatalog gehen die Ärzte sogar so weit, keinerlei elektronische Medien im Kinderzimmer zuzulassen.
Die wesentlichen Forderungen des Fachmagazins "Pediatrics":

  • encouraging careful selection of programs to view
  • co-viewing and discussing content with children and adolescents
  • teaching critical viewing skills
  • limiting and focusing time spent with media
  • being good media role models by selectively using media and limiting their own media choices
  • emphasizing alternative activities
  • creating an electronic media-free environment in children's rooms
  • avoiding use of media as an electronic baby-sitter

Viele Aspekte werden Medienpädagogen sehr vertraut klingen, aber in typisch amerikanischer Manier werden hier Erziehungsmaßnahmen zum Dogma erhoben. Trotzdem könnte man dieses Programm auch in Deutschland als Anlass zur Diskussion aufgreifen.