07.09.: Neues Y2K-Problem

Ist Shareware im Jahr 2000 unbegrenzt nutzbar?

Der [extern] WDR-Computerclub hat aufgedeckt, dass aktuelle Shareware im Jahr 2000 fast unbegrenzte Testzeiträume anzeigt. Verursacht wird das Problem durch eine mangelhafte Y2K-Programmierung, die einen Nutzungszeitraum von 100 Jahren zulässt.

Nicht ohne ein schlitzohriges Lächeln präsentierte Wolfgang Back vom WDR-Computerclub in der letzten Sendung einen neuen Y2K-Bug. Nach Installation des Sharewareprogramms "Homesite" wurde mit dem aktuellen Tagesdatum eine Nutzungsdauer von 30 Tagen vereinbart. Danach ist der Tester verpflichtet, das Programm entweder zu löschen oder die Nutzungsrechte gegen Zahlung der Registrierungsgebühr zu erwerben. Eine versuchsweise Änderung des Datums auf einen Tag im Jahr 2000 ergab für die Testperson die überraschende Information, dass das Programm noch 36.500 Tage geprüft werden dürfe. Weitere Programme hat auch das Computermagazin nicht getestet, vermutet diesen Bug aber noch in weiteren Shareware-Versionen.

Rechtsfolgen des Homesite-Y2K-Bug?

Wolfgang Back präsentierte einen bislang noch nicht bekannten Y2K-Programmierfehler mit nicht absehbaren Folgen. Ebenso schmunzelnd interpretierte er die Rechtsfolgen der damit verbundenen Problematik: Ist es nun rechtmäßig, ein solches Sharewareprogramm dann weiter zu nutzen oder darf man nach Ablauf der 30 Tage ein derartiges - wenn auch fehlerhaftes - Produkt trotzdem nicht mehr testen? Welcher Aussage eines Programmbestandteiles darf man vertrauen, der jeweiligen "Vereinbarung" oder dem "Intro-Bildschirm" eines Programms? So heißt es klipp und klar in dem Software License Agreement: "If you have acquired an evaluation version, the license granted herein shall automatically terminate thirty (30) days after you first install such version."

Diese schwerwiegende Entscheidung muss wohl erst ein Gericht treffen, wenngleich die Absicht der Softwareschmiede [extern] "Allaire" unmissverständlich ist. Mehr als 30 Tage sind eben nicht drin.