09.11.: Net-Community wird über Nacht zum Verein

Net-Community wird über Nacht zum Verein
Smart-Club Deutschland mit mangelndem Demokratieverständnis
Bislang war das Onlineforum des [extern] smart-clubs ein zwangloses Treffen von Menschen mit gleichen Interessen, nun wurde aber still und heimlich ein Verein gegründet und die Forumsmitglieder nicht einmal zu einer öffentlichen Gründungsversammlung eingeladen. Ganz kurzfristig wird ein Vorstand aktiv, und ab nächstem Jahr sollen von diesem dubiosen Verein sogar Mitgliedsbeiträge kassiert werden. Immer mehr Mitglieder des alten Onlineforums smart-club.de erklären inzwischen ihre Mitgliedschaft deshalb für beendet.

Bislang konnte man als smart-Fahrer das Onlineangebot des [extern] smart-clubs ganz einfach nutzen, nur sehr wenige Bereiche wurden sogenannten Mitgliedern vorbehalten. Mitglied konnte ganz einfach der werden, der einen Onlinevordruck ausgefüllt und abgesendet hatte. Schon konnte man die Tauschbörse oder das Forum besuchen. Nach Onlineangaben handelt es sich um ca. 1.400 bis 1.500 am Onlinegeschehen interessierte smart-Fahrer.

Nun wurden eben diese Mitglieder angeschrieben und mit der Tatsache konfrontiert, dass es einen Verein mit Sitz in Freudenberg gibt. Selbstverständlich findet sich auch ein Hinweis auf die [extern] Satzung und die Mitglieder des [extern] Vorstandes. Genannt werden in dem Rundbrief lediglich die Namen "Werner Vogel", "Marc G. Franzen", "Petra Walter", "Mario Walter", "Michael Mittler" und "Jürgen Richter", nicht aber deren Funktion. Ein Protokoll und der Ort der Gründungsversammlung bleiben in diesem Rundschreiben und im Onlinebereich unerwähnt. Selbst regional tätige Gruppen, die ebenfalls etwas für die smart-Fahrer ehrenamtlich bewerkstelligten, wurden wie der [extern] smart-club-Rheinland nicht in Kenntnis gesetzt, und sind jetzt zu recht sauer.

Unerfreulich ist dieser Vorgang auch gerade deshalb, weil sich alle Forumsmitglieder über Aktivitäten Gedanken machten und somit als Teil der smart-Community verstanden. Nun setzt sich einfach ein Teil an die Spitze, gründet hinter verschlossenen Türen einen Verein und bittet die bislang kostenlose Mitgliedschaft in eine gebührenpflichtige Mitgliedschaft zu wandeln. Begründet wird diese Heimlichkeit damit, dass man bislang schon jede Menge Arbeit und Geld in das Onlineangebot gesteckt habe. Wenn aber die selbst ernannten Vorstandsmitglieder die Basisdemokratie des Internets richtig verstanden hätten, hätten sie zumindest zu einer offenen Gründungsversammlung eingeladen. So bleibt der unangenehme Eindruck, dass hier unauffällig die Grundlagen für einen Verein geschaffen wurden, um einen Onlinebereich mit einem festen Mitgliederpotenzial unter Kontrolle zu bekommen und letztlich abzukassieren. So wurden bereits jetzt schon Werbebanner eingeblendet und selbst über diese Einnahmen keinerlei Rechenschaft abgelegt.

So schreibt dann auch Thomas Heisig im Forum: "Die Strategie, die smart-club-Mitglieder vor vollendete Tatsachen zu stellen und als Adressenbasis für zahlende passiv-Mitglieder zu missbrauchen, halte ich für "unglücklich", gelinde gesagt. Wenn man einen direkten Zusammenhang zwischen "nur-club" und "schon-e.V." sieht, wären Info und Einladung Pflicht gewesen. Es entsteht der Eindruck, dass eine kleine Clique einen ihnen genehmen Verein gegründet hat. Lästige Mitwisser hat man praktischerweise außen vor gelassen. Das liest sich unschön, aber so ist es nun mal. Von net-community bleibt da nicht mehr viel übrig."

Inzwischen gibt es noch ein längeres [extern] Statement eines Rechtsanwaltes, der auf die laienhafte Satzung hinweist und deutlich macht, dass die Vereingründung möglicherweise sogar rechtliche Folgen mit sich bringen dürfte. Er folgert, dass die Net-Community "smart-club.de" durch den Eintrag der Mitglieder auch schon ein - wenn auch nicht eingetragener - Verein sei und der neue Vereinsvorstand nicht den alten auflösen könne.

Der neue Vorstand will inzwischen auch nicht mehr öffentlich über den Verein diskutieren und hat schnell ein neues [extern] Forum eingerichtet. Begründet wird dieser Schritt damit, dass die Diskussion nichts mehr mit dem smart zu tun hätte. Der Vorstand hält sich bisher mit Klarstellungen zurück und will diesen Vorfall durch Ignoranz der Diskussionsbeträge wohl einfach im Sande verlaufen lassen. Einer [extern] Mail zufolge will er sich im 1. Halbjahr 2000 zur Wiederwahl stellen. Eher beiläufig wird erwähnt, dass die Macher [extern] 50 Mark pro Monat bekommen sollen.

Mit dieser Vereinsgründung wurde nicht nur dem Forum geschadet, sondern es kratzt auch weiterhin am Image des netten kleinen Stadtflitzers [extern] smart. Dem community-Gedanken hat diese Vorgehensweise ebenfalls beträchtlich geschadet. Der Sache dienlich wäre nur noch ein Rücktritt des selbst ernannten Vorstandes und eine ordnungsgemäße Wahl bei einer für alle offenen Gründungsversammlung. Wahrscheinlich muss man aber das [extern] Forum, in dem man sonst als smart-Fahrer gute Tipps und Ratschläge bekam, nicht nur wegen der zuletzt schrecklich langsamen Ladezeiten schlicht und einfach vergessen.