10.12.: Aldi-Computer-Schnäppchen nichts für Hardg
Aldi-Computer-Schnäppchen nichts für Hardgamer
Fachhändler sollen jetzt den letzten Aldi-Rechner spielfähig machen
Schon die ersten Vorberichte ließen erahnen, dass der Aldi-Computer mit der eher kastrierten Grafikkarte bei den anspruchsvollen 3D-Spielen so seine Schwierigkeiten haben wird. Viele Computerfachhändler freuen sich schon, wenn sie von Neukunden hören, dass auf ihrem neuerstandenen Aldi-Rechner die meisten 3D-Spiele eher mäßig laufen. Die Kunden sind geknickt, wenn sie dann zu hören bekommen, dass man da ohne neues Motherboard nichts machen könne. Manche Käufer haben den Komplettrechner daraufhin auch zurück in den Aldiladen gebracht.
Wie der [extern] Heise-Newsticker schon vorab berichtete, besitzt der Aldi-Computer den aufgelöteten Grafikchip TNT M64. Dieser basiert auf dem Kern des schnelleren TNT2, besitzt aber nur einen auf 64 Bit halbierten Bus zum Bildspeicher. Aus diesem Grund lästert die Computerbranche auch schon über den [extern] "kastrierten" Chip, denn die halbierte Speicherbandbreite wirkt sich auch auf die Spielperformance aus. In einem Testbericht warnte die c`t 19/99 nicht zu Unrecht vor diesem Baustein.
Ein Computerhändler, der nicht genannt werden möchte, berichtet, dass bislang schon 18 Aldi-Kunden ihren PC umgerüstet haben wollten. In erster Linie ging es um eine neue Grafikkarte. Die Computerhändler können jedoch kaum etwas ausrichten, denn die besten 3D-Grafikkarten sind AGP-Karten und auf dem Board befindet sich nun einmal kein entsprechender Steckplatz. Abhilfe verschaffen kann nur ein neues Board mit neuer Grafikkarte, denn für den PCI-Port gibt es kaum neue, schnelle Grafikkarten. Doch passt in das Gehäuse auch nicht jedes Motherboard, so dass dann noch ein neues Gehäuse her muss. Entsprechend zerknirscht entscheiden sich die Ex-Aldi-Kunden für die Aufrüstung und nebenbei wird dann gleich noch ein Brenner, eine Netzwerkkarte oder eine "vernünftige" Soundkarte dazu gekauft. Grafikkarten-Renner bei den Kunden ist übrigens die [extern] Ge-Force-256, die mit ca. 600 Mark zu Buche schlägt.
Aber auch sonst haben die Händler ihre wahre Freude an dem Rechner: So wurde in einem Einzelfall ein falscher Druckertreiber installiert, in der "autoexec.bat" wird grundsätzlich der hohe Speicherbereich nicht aktiviert und wenn die Kunden noch einen CD-Brenner einbauen, dann wird es eng mit dem 145 Watt-Netzteil.
Genüsslich berichtet der Händler, dass er den Kunden zum Aldi-Preis einschließlich der letztlich entstandenen Mehrkosten ein ähnliches Schnäppchenangebot hätte machen können. Wenn da nicht die momentanen Lieferschwierigkeiten wären. Kaum eine Lieferung von sonst alltäglichem Computerzubehör wie Modems, Netzwerkkarten oder Festplatten kommt pünktlich oder vollständig bei den Händlern an. Ein solches chaotisches Lieferverhalten sei selbst bei den vergangenen Weihnachtsgeschäften nicht gewesen. So müssen die Kunden leider oft bis zum nächsten Liefertermin vertröstet werden.
Hardgamer ohne das nötige Kleingeld zur Aufrüstung müssen auf neuere 3D-Spiele wie [extern] Command & Conquer III, [extern] Unreal oder [extern] Quake III in einer höheren Darstellungsqualität verzichten. Kurzum, der Rechner von Aldi sollte wirklich nicht zum Spielen von schnellen 3D-Spielen eingesetzt werden. Es ist ein ganz normaler Arbeitsplatzrechner mit Internetzugang.