14.11.: Computerspiel des Jahres?

Computerspiel des Jahres?
Age of Empires II wird von der Fachpresse gelobt
Viel zu selten lohnt es sich wirklich, die Fortsetzung eines Computerspiels zu kaufen, denn oft sind nur wenige kosmetische Korrekturen vorgenommen worden. Hinzu kommt eine Story, die sich nur in unerheblicher Weise vom ersten Teil unterscheidet. [extern] Age of Empires II von Microsoft zeigt, dass man es besser machen kann. Es wurden [extern] neue Völker in gänzlich neuen Szenerien unter Beibehaltung der Spielbarkeit programmiert. Alles spricht dafür, dass dieses Spiel zum "Computerspiel des Jahres" werden könnte.

Age of Empires II gehört zu den militärischen Echtzeit-Strategiespielen mit Aufbauoptionen. Gespielt wird in der Rolle des Herrschers und des Planers einer Kultur, ob Jeanne d´Arc, Dschingis Khan oder William Wallace, insgesamt stehen 13 Kulturen zu Wahl. Ganz klein fängt so ein Volk an, wächst langsam heran und nutzt immer mehr Fähigkeiten. Nach und nach baut man mehr Hütten und schickt das Volk zum Beerensammeln, Holzfällen oder Jagen in die nähere Umgebung. Langsam aber sicher wird die Bevölkerung wachsen und der Spieler kann weitere Aufgabengebiete für sein Volk festlegen.

Bereits in der Anfangsphase sollten sich ein paar Arbeiter auch schon einmal um Stein- und Goldvorräte kümmern, denn diese Güter werden im Verlauf der Entwicklung eines Volkes noch ein Rolle spielen. Später kann man einen berittenen Späher losschicken, um Stein- und Goldvorräte in der weiteren Umgebung auszukundschaften. Im Verlauf der weiteren Entwicklung werden Holz- oder Minenlager und Mühlen für die Feldprodukte angelegt. Es kommen auch noch Erfindungen hinzu, die den Lebensalltag der Einwohner verbessern. Insgesamt hat der Spieler 1.000 Jahre Zeit, um sein Volk zu Ansehen und Ruhm zu führen.

Krieg und Frieden
Aber auch Streit und Missgunst spielen in Age of Empires II eine Rolle. Letztlich soll das jeweilige Volk die Spielwelt beherrschen, deshalb muss man sich frühzeitig um Verteidigungs- und Angriffseinheiten kümmern. Entsprechend werden anfangs Keulenschwinger oder Späher ausgebildet, später Kriegschiffe oder berittene Einheiten als schlagkräftige Truppe aufgebaut und die Stadt durch Wachtürme oder Mauern geschützt. Selbst natürliche Hindernisse wie Flüsse oder Berge sollte man bei der langfristigen Städteplanung berücksichtigen.

Nicht immer ist ausschließlich der Einsatz von militärischer Gewalt zu empfehlen, oft führt Diplomatie oder Handel eher zum Ziel. Letztlich wird aber doch nur eine Kultur siegen und die Macht in der virtuellen Welt an sich reißen. Unter anderem spielen auch religiöse Aspekte eine gewichtige Rolle, es werden Artefakte bewacht oder gestohlen. Mystische Priester können das jeweilige Volk durch ihre magischen Kräfte im Kampf unterstützen, aber auch für die Moral der Bevölkerung ist der Aufbau von Tempelanlagen absolut notwendig. Und ganz wichtig für den Spielverlauf: Die Priester können auch heilen und haben bekehrende Kräfte.

Spieloptionen
Anfänger von Age of Empires II können sich erst über den Lernmodus mit den Möglichkeiten des Spiels vertraut machen. Zusätzlich wird noch ein kleines Geschichtslexikon mitgeliefert, in dem jeweils ein paar historisch korrekte Zeilen zu den Völkern der Spielversion stehen, dort sind aber auch Informationen zum Kriegswesen, über Waffen des Mittelalters oder über den Burgen- und Festungsbau in Europa zu finden. Der erfahrende und typische Spieler startet sofort - ohne das Handbuch zu lesen - den Einzelspielmodus. Hier stehen fünf Kampagnen, eine Zufallskarte und die Spielmodi "Königsmord" und "Auf Leben und Tod" zum sofortigen Spielstart zur Verfügung.

Gespielt wird in einem vergrößerten Ausschnitt einer Gesamtkarte. Auf der Gebietkarte sind aber vorerst nur die Teile der Landschaft sichtbar, die man mit seinen Leuten schon erkundet hat. So nach und nach deckt sich die Karte auf. Die Sicht wird auch dann größer, wenn das Volk die Kartographie erfunden hat. Am Anfang muss man mit ein wenig Holz, Nahrung, Steinen und Gold auskommen. Im Dorfzentrum können weitere Dorfbewohner gegen Nahrungseinheiten angefordert werden. Aber es können immer nur so viele Dorfbewohner auf dem Spielfeld herumwuseln wie Häuser entsprechende Schlafstätten zur Verfügung stellen. Neue Dorfbewohner sollten sogleich in ihre Aufgaben eingewiesen werden, um letztlich die Vorräte aufzustocken oder neue Gebäude zu bauen. Im Verlauf des Spieles werden insbesondere Kasernen, Ställe für die Kavallerie oder die Bogenschützen immer wichtiger.

Hat man eine bestimmte Menge an neuen Gebäuden sowie Nahrung und Gold, kann man in die nächste Entwicklungsstufe schalten. Hier können zum Beispiel neue Waffen oder der Pflug erfunden werden. In bestimmten Missionen sollte man unbedingt an einen Hafen denken, hier können nicht nur Fischerboote gebaut werden, um den Nahrungsvorrat aufzufrischen, sondern auch Galeeren, die den Küstenstreifen absichern helfen.

Spielreiz
Alles bei [extern] Age of Empires II ist stimmig. Das fängt bei den liebevoll gezeichneten Animationen der Dorfbewohner, Bauern, Baumeister oder erfahrenen Ritter an und hört bei den stilrichtigen Gebäudeformen der unterschiedlichen Völkern nicht auf. Selbst an Wildschweine, Schafe oder über der Szenerie kreisende Adler hat man gedacht. Jede Kultur verfügt über eigene Merkmale der Architektur, Technologie und Kriegsführung. Wer bislang nicht zu den Liebhabern von Echtzeitstrategiespielen gehört hat, wird dieses Spiel relativ schnell verstehen und schätzen lernen. Mancher Computerspielzeitungsredakteur wird gleich wieder den Suchtfaktor erwähnen, denn Zeit und Ausdauer muss man für die einzelnen Kampagnen schon mitbringen. Aber man kann die Zwischenspielstände auch jederzeit abspeichern.

Zwar wünscht man sich mehr Missionen, aber durch den mitgelieferten Szeneneditor kann man sich relativ schnell neue Herausforderungen schaffen. Diese Missionen kann man auch seinen Freunden schicken. Der Multiplayermodus bietet natürlich noch eine andere Dimension für die Spieler, denn im Internet oder mit einem Freund zu spielen ist etwas anderes, als es mit dem immer berechenbaren Computergegner zu tun zu haben. Über den eingebauten Chat kann man sich auch noch ganz nett unterhalten.

Eine Demoversion gibt es im Netz bei Microsoft, allerdings ist diese 47 MByte groß. Alternativ kann man das Laden auch [extern] hier versuchen. Vielleicht aber sollte man lieber warten, bis auch dieses Demo auf den CD-ROMs der Computerspielzeitschriften zu finden ist.