18.08.: Watt fürs Volk

Mein Strom kommt aus der Steckdose

Nach Öffnung des Telefonmarktes befinden wir uns nun mitten in der Entmonopolisierung des Strommarktes. Alle bisherigen Anbieter sind verpflichtet, den Strom von anderen Lieferanten durch die Netze fließen zu lassen. Nun erhalten auch Privathaushalte die Gelegenheit, sich ihren günstigsten Anbieter zu suchen. Einsparungen bis zu 30 Prozent sollen möglich sein.

Damit brechen die Werbekampagnen über uns herein und zu erwarten ist eine ähnliche Schlammschlacht, wie sie die Telefongesellschaften geführt haben. Mit dem Werbeslogan "Welche Farbe hat Strom?" hat der Billigstromanbieter Yello eine neue Runde im Preiskampf um die neuen Stromkunden eingeläutet. Neuerdings heißt es "19/19 - alles inklusive", mit dem das viertgrößte deutsche Energieunternehmen, die Baden-Württembergische (EnBW), für neue Kunden ab dem 1.11. wirbt.


Der Konkurrenzkampf nimmt inzwischen so harte Werbestrukturen an, dass nun auch die ersten Unterlassungsklagen gegen aggressive Werbung festgesetzt worden sind. Yello darf zum Beispiel nicht mehr behaupten, "Yello biete Strom zu einem Preis-Leistungsverhältnis, das jedem seriösen Vergleich standhalte". Wie der Focus in der Ausgabe 33/1999 Seite 15 berichtet, soll der Stromriese Preussen-Elektra potentielle Yello-Kunden auf eine Homepage mit dem kleinen Namenszuwachs "W" für yellow gelockt haben. Inzwischen stößt man dort allerdings auf eine weiße Seite. Im Focus ist noch eine Seite mit dem Hinweis: "Yellow. Machen Sie keinen Fehler." abgebildet.

Eigentümer der site yellowstrom.de ist tatsächlich die Preussen-Elektra: domain: yellowstrom.de descr: PreussenElektra AG descr: Tresckowstrasse 5 descr: D-30457 Hannover descr: Germany admin-c: RK4564-RIPE tech-c: MS10161-RIPE zone-c: MS10161-RIPE nserver: dns.regiocom.net nserver: ns.nacamar.net mnt-by: DE-DOM changed: hostmaster@nic.de 19990804 source: RIPE

Einen ersten Preisvergleich findet man auf den Focus-Seiten. Aktuelle Meldungen kann man auf der Site Stromtarife verfolgen. Hier gibt es auch einen Tarifrechner zur Ermittlung der eigenen aktuellen Stromrechnung. Allerdings kann man bei diesem Rechner weder Grundgebühren noch den aktuellen Tarif einsehen. Ebenso fehlen Hinweise zu den Geschäftbedingungen wie z.B. Kündigungszeiträume.

Vorerst halten es die Verbraucherverbände für sinnvoll, noch abzuwarten oder sich aber wenigstens nicht längerfristig zu binden. Denn darin besteht beispielsweise der Nachteil des Yello-Strom-Angebots, das eine einjährige Vertragslaufzeit und eine 6-monatige Kündigungsfrist vorsieht.