23.10.: Miteinander lernen im Internet

Miteinander lernen im Internet
Cornelsen bietet Schülern eine Lern-Community an
Heute müsste man Schüler sein! Noch nie standen so viele Lernhilfen zur Verfügung. Früher hatte man lediglich ein kleines Lexikon zu Hause oder musste in die Bibliothek gehen, um sich weitergehende Informationen zu besorgen. Mit den Mailboxen kamen dann die ersten Referate ins Netz und heute kann man sich im Internet sogar in einer eigenen Lern-Community tummeln.

Treffpunkt in der 3D-Welt
Mit learnetix.de bietet der Verlag für Bildungsmedien [extern] Cornelsen eine Bildungsplattform, die über das eigentliche Lernen hinausgeht. In Zusammenarbeit mit der Firma [extern] Blaxxun Interactive wurde eine Lern-Community im 2D- und 3D-Stil geschaffen. Die Community bietet Schülern im Alter von 10 bis 20 Jahren eine gemeinsame Möglichkeit, um sich zu treffen, auszutauschen und miteinander zu lernen. Wer möchte, kann aber auch nur lernen oder etwas nachschlagen. Lern-Angebote gibt es in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch.
Avatar von der Stange - "Alle learnetix Member können sich einen spacigen Avatar aussuchen. Und damit im 3D Chat eine prima Figur machen.

Nach der kostenlosen Anmeldung bei learnetix.de kann sich der Schüler eine eigene Identität zulegen. Er kann ein Haus beziehen, sich seinen Schreibtisch einrichten oder per Avatar gleich in den 3D-Chat gehen. Auf dem Schreibtisch findet sich u.a. ein kleiner Test, mit dem man - bei Bedarf und Lust und Laune - gleich ein wenig lernen kann. Diese Übungen sind entsprechend der eigenen Zuordnung der Klassenstufe bei der Anmeldung ausgewählt worden. Auf dem Schreibtisch sollen dann in Zukunft immer wieder neue Aufgaben auftauchen.
"Alle learnetix Member können sich ein eigenes 3D Haus und passende Möbel aussuchen. In dein Haus lädst du dir Freunde zum Chatten ein, die natürlich deine Einrichtung bewundern und dir wichtige Nachrichten in deinem Briefkasten hinterlassen."

Haben die Schüler ein akutes Problem, können sie im Archiv suchen, denn manchmal sind bestimmte Problemfälle des schulischen Alltags in der Vergangenheit auf den Lern-Seiten bei Cornelsen besprochen worden.

Zu bestimmten Zeiten sind auch Dr. Mathe, Dora Deutsch und Super James erreichbar und ansprechbar. Hinter diesen virtuellen Personen stecken Lehrer, die per EMail oder im Chat gern bei Problemen helfen. Auch wenn von Hausaufgabenhilfe die Rede ist, wird den Schülern nicht die eigentliche Aufgabe abgenommen, vielmehr werden Hinweise zur Problemstellung gegeben. Durch fortwährende Nutzung des Lernangebotes soll gezielte Online-Nachhilfe gegeben werden.

TP : Wie hilft doradeutsch?
doradeutsch20 : Ich gebe mal zwei Beispiele
TP : Ja bitte,...
doradeutsch20 : 1. Ein Schüler der fünften Klasse fragt, was ist ein Akkusativ. Da gebe ich die Antwort mit ein paar Beispielen und Erklärung.
TP : ...und das zweite Beispiel?
doradeutsch20 : Ein Schüler der 12. fragt: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Marcuses Theorie von... und der Textstelle im Roman xy.
doradeutsch20 : Dann wird es schwieriger.

Langfristig will man hier ein qualifiziertes Angebot für die im Internet immer aktiver werdenden Schüler schaffen. Schon heute sollen 1.3 Millionen Schüler online sein. Die Schulprobleme werden nicht abnehmen, so dass es für einen Verlag heute durchaus sinnvoll erscheint, ein entsprechendes Angebot zuschaffen. Besonders die Interaktion mit "virtuellen" Lehrkräften kann eine hohe Akzeptanz des Angebotes hervorrufen. Hier werden konsequent Merkmale des Internet genutzt, die eine moderne Edutainment-CD-ROM nicht bietet. Kommunikation mit anderen hilft sicher über die erste Schwelle des Online-Nachhilfe-Institutes hinweg.

Die Lehrer an den Schulen sollten schon heute die erforderlichen Einstellungen (Installation eines Tools) vornehmen, denn sonst richten es die Schüler ein. Und mancher Betreuer von Schulcomputern wird seine Augen verwundert reiben, wenn er die Fähigkeiten der Rechnerausstattung sieht und dann auch noch merkt, dass Schüler durchaus lustbetont lernen. Ich fand es zumindest nett, im Chat mal einen Lehrer zu sehen, der einem freundlich zuwinkt.

Kleine Anmerkung von Florian Rötzer: Zu den Cookies, die man als Gast und natürlich wenn man sich anmeldet, akzeptieren muss, liest man: "Ein "Cookie" ist eine kleine Informationseinheit, die von einer Website auf Deine Festplatte kopiert wird. Die beiden learnetix Cookies werden ausschließlich dazu verwendet, Deinen Nickname und Dein Paßwort (verschlüsselt) zu speichern, damit Du Dich nur 1x pro Sitzung einloggen mußt. Der Cookie gilt nur für eine Browser-Sitzung, er wird gelöscht, sobald Du Deinen Browser schließt." Einmal abgesehen davon, dass man bei learntix nicht gerade auf dem neuesten Stand der Rechtschreibung zu sein scheint, vermisst man ein Wort, wie es denn learntix mit dem Schutz persönlicher Daten, also etwa mit der Email-Adresse, hält, die man angeben muss. Erhalten die Schüler Werbung oder Spam? Wäre man böswillig, dann ließe sich learntix auch nur als eine Werbeplattform mit Fun, Preisrätseln, Kommunikations- und Lernangeboten verstehen, um die Bücher und CD-ROMs des Verlages an den Schüler zu bringen. Aber natürlich, umsonst gibt es (fast) nichts.