10.01.: Lehramtsstudenten surfen, doch wissen sie
Lehramtsstudenten surfen, doch wissen sie nicht wohin
Angehende Lehrer und Neue Medien
Die neue Lehrergeneration, die sich noch in der universitären Ausbildung befindet, ist zwar weitgehend fit am Computer, doch fühlt sie sich nach einer von der Universität Bielefeld in Auftrag gegebenen Studie nur unzureichend für den Unterrichtseinsatz mit den Neuen Medien vorbereitet.
In der von der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung durchgeführten Studie wurden 1.052 Studierende an verschiedenen Hochschulstandorten in Berlin, Bielefeld, Erlangen, Hamburg, Paderborn und Weingarten befragt. Angesichts der Tatsache, dass viele amtierende Lehrer nur sehr wenig mit dem Computer anfangen können, könnten die Zahlen aus der aktuellen Umfrage optimistisch stimmen.
Immerhin nutzen 98,2 Prozent der Studierenden einen Computer, wobei 70 Prozent über einen eigenen Computer verfügen. Während die Kollegen in den Schulen den Computer gerade einmal als bessere Schreibmaschine einsetzen, sind 78,5 Prozent der Lehramtsstudenten im Internet unterwegs. Hauptsächlich werden dabei die Zugangsmöglichkeiten der Hochschule genutzt. Vergleichbare Onlinezahlen von amtierenden Lehrern liegen derzeit noch nicht vor.
Zumindest kann man davon ausgehen, dass sich durch die Aktion "Schulen an Netz" ( SAN e.V.) einige Lehrer von den inzwischen 10.000 beteiligten Schulen auch im Netz tummeln. Die Grundkompetenz wird den Lehrern der Schulen zumindest in diverseren Weiterbildungskursen vermittelt. So lernen sie Emails zu verschicken und sich mittels Suchmaschinen im Internet zu orientieren. Trotzdem hört man immer eher skeptische Stimmen aus den Schulen, hier herrscht häufig eher die Meinung, dass sich wohl nur immer einige wenige engagierte Lehrer mit den "Neuen Medien" aktiv im Unterricht auseinander setzen, während ein großer Teil der Lehrer den Computer nach wie vor nicht anfasst.
Die Studie sieht bei den Studierenden eine Trendwende eingeläutet, denn nun kommen wohl Lehramtskräfte auf die Schulen zu, die eine positive und aufgeschlossene Haltung gegenüber dem Computer einnehmen. Zugleich bescheinigt die Studie den Hochschulen, dass sie scheinbar nur unzureichende Lehrangebote anbietet, denn etwa drei Viertel der Befragten kritisiert dieses. Nur jeder achte Studierende sieht sich durch das Angebot im Studium ausreichend auf die Unterrichtspraxis vorbereitet. Und noch eines verdeutlicht die vorgelegte Studie: die männlichen Studenten nutzten das Internet mehr als doppelt so oft wie ihre Kommilitoninnen.
Ob die zukünftigen Lehrer bis zum Dienstantritt ihr Defizit ausgleichen können, dieser Frage wurde in der Studie nicht nachgegangen. Aber die Schüler werden auch hier den Lehrern zeigen, wo es lang geht.