11.02.: Bildungsmesse Interschul/didacta in Köln
Bildungsmesse Interschul/didacta in Köln
Motto: Ursprung und Synergien für die Zukunft
Auf der diesjährigen CeBIT vom 24. Februar bis 01. März wird man vergeblich nach Lernsoftware Ausschau halten. Durch die Auftrennung in Hauptmesse und CeBIT-Home, die dieses Jahr wegen der EXPO 2000 vom 30. August bis 03. September in Leipzig stattfinden wird, gibt es kaum noch Anbieter aus dem Edutainment- und Unterhaltungssoftwarebereich. Für Interessierte bietet sich deshalb der Besuch der diesjährigen Interschul/didacta vom 14. bis 18. Februar in Köln an.
Zum zweiten Mal präsentieren die ehemals getrennt stattfindenden Messen Interschul und didacta ihr umfassendes Angebot gemeinsam. Neu integriert wurde die KIGA, die Messe für den Kindergartenbereich. Für die über 800 Aussteller ist diese Zusammenlegung ideal, weil sie nicht mehr unterschiedliche Messen bedienen müssen, zumal für viele der Auftritt auf der Buchmesse eine nicht zu unterschätzende Rolle eingenommen hat.
Allerdings handelt es sich nicht nur um Softwarehersteller oder Vertriebsfirmen. Die Messe spricht in erster Linie Fachbesucher aus dem pädagogischen und schulischen Bereich an. Fast 60 Prozent der Besucher kamen 1999 aus dem allgemein bildenden Schulwesen, ca. 10 Prozent aus dem Bereich Vorschule und Kindergarten und in etwa ebenso viele aus dem beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildungssektor. Erfahrungen der letzten Messen zeigen, dass diese aber überwiegend nur den regionalen Besucher angesprochen haben. Köln als zentraler Messeort könnte hier ein wenig Bewegung in die überregionalen Ausstellungszahlen bringen.
Auf der Bildungsmesse werden folgende Bereiche vertreten sein: Kindergarten, Schule und Hochschule, Ausbildung und berufliche Qualifikation, Weiterbildung und Selbsterlernen. Entsprechend ist auch das Angebot in zwei Ausstellungshallen (13 + 14) zusammengefasst, neben den klassischen Schulbuchverlagen findet der Besucher aus dem Kindergarten vom Stuhl bis zu Bauklötzen alles auf der Messe.
Der 18. Februar ist so genannter Publikumstag und bietet jede Menge spezieller Aktionen und Vorträge. Unter anderem bietet der WDR jede Menge Informationen, man kann Theater- und Musikaufführungen besuchen oder eine gezielte Beratung z.B. zum Schulfrühstück oder über lerngestörte Kinder wahrnehmen.
Lernsoftware
An dem vielfältigen Angebot wird deutlich, dass man nicht nur auf Onlinelernen oder Lernen per CD-ROM setzt, um die schulischen Leistungen zu verbessern. Der PC als virtueller Lehrer kann die Schule nicht ersetzen. Hauptsächlich werden erweiterte Übungsmöglichkeiten angeboten, die das bereits gelernte Wissen noch weiter vertiefen können.
Ganz sicher kann man bei Schroedel wieder über den Alfons philosophieren, bei Cornelsen darüber spekulieren, wie viele Bildungspreise sie diesmal wieder erringen können oder sich bei Coktel mit Addy als Hörkassette beschäftigen. Messen wollen natürlich die Software von Morgen bieten und hier geht der Trend zum Onlinelernen. Entsprechend werden Internetangebote vorgestellt, die man im weitesten Sinn als Online-Nachhilfe bezeichnen kann. Die Verlage haben dafür den Begriff learn-community geprägt, doch entgegen aller Erwartung an eine Gemeinschaft kostet diese Nachhilfe natürlich Geld.
Doch nicht nur die großen Softwarehäuser aus dem Lernbereich sind vertreten. Die Interschul/didacta wird zunehmend auch von kleineren Herstellern zur Präsentation ihrer Produkte genutzt. So wird auch Profikids auf der Messe anwesend sein, um wieder einmal für das Franchise-Partnersystem zu werben. Der unermüdliche Herr Kramer möchte mit seinen Computerschulen die Kids so früh wie möglich an den Computer heranführen.
Digita2000 - Der Bildungspreis
Schon fast traditionell ist die obligatorische Preisverleihung auf den Messen. Manchmal wird der Preis nach Verkaufszahlen vergeben, die die Vertreiber auch noch selbst angeben dürfen oder dubiöse Marketingleiter von Kinder- und Jugendzeitschriften sitzen in der Jury. Beim digita scheint es inzwischen anders zu sein, denn hier prüfen Fachbegutachter die von den Verlagen eingereichte Software und schlagen das Produkt entweder zur Verleihung vor oder geben eben keine Empfehlung ab. Die Qual der Wahl hat dann immer noch die Jury. Ausgezeichnet wird die "inhaltlich und formal wertvollste Bildungssoftware im deutschsprachigen Raum". Organisiert wird der Wettbewerb vom Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft, welches an der Universität Berlin ansässig ist. Vergeben wird der Preis in sechs Kategorien, die ggf. von der Jury in weitere Sparten differenziert werden können: Software für die allgemein bildende Schule, Software für die berufliche Aus- und Weiterbildung, Software für das private Lernen, Online-Angebote, Sonderpreis, Förderpreis für nichtkommerzielle Anbieter.
Bei der Preisverleihung bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen berücksichtigen, dass die Schulen immer noch nicht vollständig mit multimediafähiger Hardware ausgestattet sind und daher auch den technisch weniger anspruchsvollen Programmen eine Chance auf den Preis geben. Genauso wäre eine Einstellung bei den Eltern und Pädagogen wünschenswert, dass Kinder eben keine "Nürnberger Trichter" sind, in die man alles hineinstopfen kann und irgendwann kommt ein Abiturient heraus. Kinder brauchen auch mal Zeit für sich!