17.10.: Wie John Kerry zum Kriegsheld wird
Ego-Shooter mit dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten
„John Kerry and the men of Swift Boat PCF-94“ lautet die demnächst erscheinende 24. Mission eines Ego-Shooters mit dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry.
Der Hersteller geht mit seinen Missionen überhaupt nicht zimperlich um, denn Kumawar http://www.kumawar.com hat bereits die Gefangennahme der Söhne Saddam Husseins zum Gegenstand seiner Spiele gemacht. Dabei darf der Spieler die Taktik der Gefangennahme mit anschließender Tötung der gesuchten Söhne überprüfen. In der Missionsbeschreibung wird die Tötung gleichzeitig als Beweis angeführt, dass auf diese Weise das Ende des Regimes erreicht wurde.
Aber auch die Kämpfe in Sadr-City – wo in diesen Tagen eine Vereinbarung zur Waffenabgabe mit Bombardierungen durchgesetzt wurde – stehen seit Juli auf dem Spielplan von Kumawar. Das Feindbild wird recht anschaulich geschildert: Die Mitglieder der Koalitionskräfte geraten während ihrer Patrouille in einen Hinterhalt und Mitglieder der Miliz suchen Zuflucht in einer Moschee. Auch hier kann sich der Spieler überzeugen, ob mit der „richtigen„ Taktik vorgegangen wurde.
Realistischer kann man das gegenwärtige Kriegsgeschehen eigentlich kaum noch umschreiben. Ob man es deshalb aber als Spiel anbieten sollte, steht auf einem anderen Papier. Aber die Einbeziehung aktueller Geschehnisse verspricht wahrscheinlich entsprechende Umsätze. Zwar gibt es auch fiktive Missionen wie zum Beispiel in Korea, aber jetzt erscheint wieder ein werbewirksames Thema der Gegenwart, indem die Vergangenheit des Präsidentschaftskandidaten John Kerry aufgegriffen wird, der in dem Spiel die Rolle eines Schnellbootführers in Vietnam einnimmt. Wie vor fünfunddreißig Jahren in Vietnam soll sich der Spieler in die Rolle von Kerry versetzen und prüfen, ob er die hohen Auszeichnungen wie zum Beispiel den Silver-Star zu Recht verdient habe.
Nach der Registrierung ist das Spiel für sieben Tage frei spielbar. Allerdings will der Vertreiber sofort die Kreditkartennummer, um sogleich weitere Gebühren vom Spieler einzutreiben. Der erste Monat kostet zurzeit einen Dollar, jeder weitere schlägt mit 9,99 Dollar zu Buche, für die jeden Monat drei neue – ähnlich makabere – Missionen geboten werden.