04.03.: Midi-Maze forever
Das uralte Atari-Netzwerkspiel wird immer noch gespielt
Je älter man wird, umso nostalgischer werden manche Lebenseindrücke wahrgenommen und man sehnt sich ein Stück zurück in die Vergangenheit. Während heute nur Counterstrike & Co im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, werden wehmütige Erinnerungen hervorgerufen nach dem uralten Atari-Spieltitel „Midi-Maze„ (1987). Doch während es beim Autor im Regal verstaubt, gibt es tatsächlich immer noch Freaks, die sich zum regelmäßigen Spielen treffen.
Viele Atari-Fans werden sich noch an dieses einfach gestrickte Computerspiel erinnern, das sogar vernetzt gespielt werden konnte. Doch warum in der Vergangenheit schwelgen, es gibt tatsächlich noch Spieler, die sich auch im Jahr 2005 zum regelmäßigen Midi-Maze-Spiel verabreden.
Midi-Maze kann als Urvater von heutigen Team-Shootern gelten. Mag sein, dass es noch andere Games gab, die vernetzt gespielt werden konnten. Doch Midi-Maze – und da lässt sich ein uralter Fan auch nicht reinreden – hat schon seinen besonderen Reiz. Eine an sich simple Spielidee, die es mit bis zu 16 - über die Midi-Schnittstelle vernetzten - Atari-ST´s ermöglichte, einen Wettbewerb zu starten. Inzwischen gibt es auch diverse Tools für Windowsrechner oder Nachahmungen für Linux. Doch bleiben wir beim Urvater dieser Spielidee. Jeder Mitspieler steuert eine farblich unterschiedliche Kugel. Diese ist eindeutig als Smiley zu erkennen und zeigt eigentlich auch Ähnlichkeit zu Pacman. Gespielt wird in einem 3D-Labyrinth, dem Maze. Die Grafik ist schlicht und einfach gehalten. Selbst die Soundeffekte klingen für heutige Ohren dürftig, sind aber durch entsprechende Patches aufrüstbar.
Heute wie damals wird jeder sichtbare Gegner beschossen, jedoch verändert ein Treffer lediglich den „Gesundheitszustand„ der gegnerischen Kugel. Nach drei Treffern in kurzer Folge muss dieser Mitspieler aussetzen und darf sich erst nach einiger Zeit wieder aktiv im Labyrinth beteiligen. Jedoch kann sich die Spielfigur auch von weniger Treffern mit einiger Zeitverzögerung erholen und bleibt somit im Spiel. Eine Waffe ist im Vergleich zu heutigen Spielen nicht auf dem Bildschirm sichtbar. Für jeden Treffer verbucht der „Schütze„ einen Punkt auf seinem Konto und für jeden „kill„ drei Punkte. Die Spielrunde ist beendet, wenn der vorher vereinbarte „Win Score„ von einem Mitspieler erreicht wird.
Blutspritzer oder eine direkte Trefferwirkung sind nicht zu sehen. Es wäre schon eine Herausforderung heraus zu finden, welche Altersfreigabe die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) für dieses Spiel vergeben würde.
Auf der im Internet gefundenen website midimaze.de zeigt sich, dass sich die Gruppe seit 1989 immer noch regelmäßig mehrmals im Jahr trifft, um eine Midi-Maze-Session zu spielen. Die vielen Bilder auf der website belegen, dass es allen Spielern offensichtlich immer noch viel Spaß bereitet. Und wie auch im Unabhängigen Jugendzentrum in Langenhagen/Hannover, wo auch solche Partys gefeiert wurden, können aus solchen Veranstaltungen langjährige Freundschaften entstehen. Wer Lust hat und in der Gegend um Rauenberg, Bruchsal, Neckarzimmern, Mosbach, Rohrbach, Leimen wohnt, ist den Spielern immer – auch ohne Atari – als Spielpartner willkommen.
(Midi-Maze-Bild vom Computerspielmuseum Berlin)