Polizei-PC-Spiel zur Gewaltprävention

Luka und das geheimnisvolle Silberpferd

Didaktische Spiel-Abschnitte - „Verbale Aggression„, „Spielerische Aggression„, „Sachbeschädigung„, „Körperliche Aggression„, „Mobbing„, „Abzocke„ und noch einmal „körperliche Aggression„

Mit dem PC-Computerspiel „Luka und das geheimnisvolle Silberpferd„ hat die Gruppe der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) den Versuch unternommen, Kindern das Problemfeld Gewalt in einer ansprechenden Form näher zu bringen. Spielerisch sollen Kinder Konflikte erkennen lernen und nach gewaltfreien Lösungen suchen.

„Luka und das geheimnisvolle Silberpferd„ richtet sich an Kinder von acht bis 10 Jahren, wobei Luka wahlweise die weibliche oder männliche Hauptspielfigur sein kann. Entsprechend dieser Rolle werden die Spieler im Verlauf dieses Adventures einem zeitreisenden Ritter oder einer Prinzessin begegnen. Die Zeitreisenden können nur mit einem geheimnisvollen Silberpferd in die Vergangenheit zurück kehren. Die Spieler müssen diesem Geheimnis mit ihrer Clique aber erst einmal auf die Spur kommen, verschiedene Aufgaben lösen und immer auch die streitbare Spielfigur Sven im Auge behalten. Der erste Streit kommt schnell auf und Luka lernt, dass man cool bleiben muss und die Beleidigung des Kontrahenten nicht aufgreifen darf. Schon ist dieses erste Wortgefecht ausgetragen und die angespannte Situation löst sich auf.

Die Spielhandlung wird in einem Adventure präsentiert, wobei die verschiedenen Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. Letztlich führt der Dialog zu einer konfliktfreien Lösung. Der Mauszeiger weist der Spielfigur den Weg. Gegenstände helfen genretypische beim Lösen der diversen kleinen Spielaufgaben. So kann ein Skateboard von einem Baum nur in Kombination mit einem Zeigestock erreicht und charmant – wie man als Junge eben sein soll – der vormals gehänselten Skateboardfahrerin wieder überreicht werden. Selbstverständlich bringt man in diesem Spiel als braver Junge dem netten und freundlichen Lehrer den ausgeliehenen Stock wieder zurück. Bis zur nächsten Konfliktsituation kann im „normalen Spiel„ schon einige Zeit vergehen.

Manche der Dialoge wirken ein wenig aufgesetzt, sollen aber letztlich dem kindlichen Spieler den richtigen Weg zur Konfliktlösung aufzeigen. Deshalb kann man den pädagogischen Zeigefinder in Kauf nehmen, zumal im Unterricht in einem Rollenspiel oder mit anderen Methoden sicher nach weiteren aggressionsfreien Handlungsmöglichkeiten gesucht wird. Insofern bildet das Spiel nur den Einstieg in die Thematik und bietet erste Handlungsformen, die dann im Unterricht bzw. im Alltag vertieft werden müssen. Das Spiel eignet sich ggf. sogar als Einstieg in einen Elternabend zum Thema „Gewaltprävention„, wobei die Themenbereiche der häuslich erlebten Gewalt im Computerspiel ausgeklammert sind. Gerade den Eltern müssten oft Konfliktlösungsmuster vermittelt werden, um aus ihrer Gewaltspirale erfolgreich heraus zu kommen.

Das Adventure bietet jederzeit eine Abspeichermöglichkeit. Der Menüpunkt „Lehrerversion„ bietet sieben verschiedene didaktische Einstiegspunkte an. So können gezielt die Themen „Verbale Aggression„, „Spielerische Aggression„, „Sachbeschädigung„, „Körperliche Aggression„, „Mobbing„, „Abzocke„ und noch einmal „körperliche Aggression„ angesteuert werden. Dadurch kann die Spielzeit begrenzt und zum Beispiel in der Schule weiter im Unterricht bearbeitet werden. Auch hier bietet die Website (http://www.luka.polizei-beratung.de/eltern_lehrer/) Tipps zur Unterrichtsumsetzung und Aufarbeitung des Themenkomplexes.

Das Computerspiel kann kostenlos aus dem Internet herunter geladen werden und stellt an Window-XP-Rechner keine besonderen Ansprüche. Bei Installationsproblemen hilft die Website weiter. Allerdings ist die Installationsdatei 135 Mbyte groß, alternativ kann das Spiel daher gegen eine geringe Gebühr auf CD-ROM bestellt werden. Selbst größere Auflagen für Schulen sind lieferbar.