07.07.: Bad News von der Expo 2000

Webcam vom Dach des Expo-Office

Wird die Expo 2000 doch nur ein zeitlich befristetes Disney-Land?

Noch haben die Amerikaner nicht einmal mit dem Bau ihres Expo-Pavillons begonnen und selbst der Fertigstellungstermin im Februar wird in einem Beitrag der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung in Frage gestellt.
Am 4. Juli 2000 jedoch wollen die Amerikaner in Anwesenheit von Präsident Bill Clinton ihren Nationalfeiertag auf dem Expogelände feiern. Mit indianischer Folklore und Western- und Countrymusic soll ein großes, typisch amerikanisches Spektakel zelebriert werden, was alles schon im Vorfeld doch sehr an einen Besuch im Disney-Land erinnert. Aber auch die anderen kulturellen Expo-Höhepunkte sind ähnlich geplant. Ist aus diesem Grund wohl der Disney-Repräsentant Thomas Gottschalk engagiert worden?

400.000 DM für ein Jingle der Gruppe „Kraftwerk“
Die Erkennungsmelodie für die Expo 2000 wurde von der Gruppe Kraftwerk umgesetzt. Zu hören ist eine verfremdete, künstliche Stimme, die in sechs Sprachen „Expo 2000“ singt. Laut Pressemeldung der Expo soll es sich um eine „einprägsame und populäre Tonfolge“ handeln, die u.a. „zur Ankündigung von Expo-Haltestellen in Bus, Bahn oder Flugzeug, bei Preisverleihungen oder Pressekonferenzen, bei Rundfunk- und Fernsehübertragungen, zur Begrüßung im Internet, als Telefonwarteschleife des Call Centers oder als Aufführungsbeginn und Pausengong bei Expo-Veranstaltungen“ eingesetzt werden könne. Der deutschsprachige Jingle dauert genau 4.9 Sekunden und löste prompt ein Medienrauschen aus. Sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder nötigte es einen Kommentar ab: „Ich hätte nicht soviel Geld dafür ausgegeben.“

Der Kulturchef der Expo, Tom Stromberg, hält die Kosten für gerechtfertigt, weil man dadurch auch die weltweiten Rechte erworben habe. Zudem soll demnächst noch eine „melodischere“ Langfassung erstellt werden. Inzwischen verlangt der niedersächsische Bund für Steuerzahler Rechenschaft. Frau Breuel versucht die Wogen zu glätten, indem sie beteuert, daß die Gruppe dafür auch während der Expo auftrete. Doch hoffentlich spielen sie da nicht nur die mehrsprachige Version und sind nach 31.4 Sekunden von der Bühne verschwunden.

Cola-Dosen ökologisch?
Der Expo-Weltpartner Coca Cola wird einen Großteil seines braunen Zuckerwassers auf der Expo in Dosen verkaufen. Dabei wollte die Expo 2000 gerade ein Paradebeispiel für ökologische Projekte werden. Scheinbar haben sich doch die von Kritikern der Expo befürchteten Prognosen bewahrheitet, so wurde z.B. das Expo-Dorf gestrichen oder in der Expo-Siedlung am Kronsberg in Hannover wurden trotzdem Kunststoffenster eingebaut. Aber vielleicht erhält die Stadt Hannover aus den gesammelten Dosen dann doch noch ihr Wahrzeichen?

10 Millionen Besucher weniger erwartet
Nach einer noch nicht näher benannten Studie kann die Expo 2000 nur 30 Millionen Besucher erwarten und revidiert somit die Erwartung von 40 Millionen. Diese geringere Besucherzahl würde ein Minus von 400 Millionen DM ausmachen. Komisch, diese Verlustsumme geistert doch schon seit Monaten durch die Medien. Endlich hat man in dem fehlenden Besucherinteresse den Sündenbock gefunden.

Fortsetzung folgt...